emotionale Vorbereitung auf die Geburt

der einfluss von emotionen auf die geburt

Jeder kennt die augenscheinlichen Abläufe einer Geburt. Die Mechanismen, die dahinterstehen, warscheinlich eher nicht. 

 

Bei einer Geburt nehmen Hormone, vorallem das Oxytocin, eine sehr wichtige Rolle ein. Es führt dazu, dass die Gebärmutter kontrahiert, wirkt außerdem sedierend und Stress regulierend und verstärkt nachweislich die Bindung zwischen Mutter und Kind.

Weiters veranlasst es die Ausschüttung der körpereigenen Opiate, die als Schmerzmittel fungieren.


Oxytocin - das Liebeshormon

Dieses einzigartige Hormon, auch Liebeshormon genannt, wird immer dann ausgeschüttet, wenn wir uns besonders wohl und sicher fühlen. Sex, Stillen und Gebären sind die drei besonderen Momente in denen Oxytocin vermehrt ausgeschüttet wird.

Ansonsten regen körperliche Berührung, wie Streicheln und Kuscheln, Wärme und wohltuende Worte die Ausschüttung von Oxytocin an. 

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Bei einer Geburt wirkt der Wehenschmerz wie ein Auslöser zur vermehrten Oxytocinausschüttung, wodurch sich das subjektive Schmerzempfinden wieder verringert.

Adrenalin und Noradrenalin, die bei Angst ausgeschüttet werden (sogenannte Katecholamine) können, wenn sie übermäßig ausgeschüttet werden, die Oxytocinausschüttung verringern. Was widerum zu einer verminderten Kontraktion der Gebärmutter und verringerten Opiatausschüttung führt. 

 

„Wir wissen, dass die Katecholamine dagegen bei kontinuierlicher Ausschüttung die Produktion von Oxytocin hemmen und so die Geburt bremsen … Bei vielen Geburtsstillständen bei 3cm Muttermundsöffnung können wir eine erhöhte Dauerspannung der Mutter beobachten, begleitet von den Symptomen einer exzessiven sympathikotonen Stimulation (fehlende Entspannung).“  Verena Schmid - Hebamme 

 

Die emotionale und körperliche Anspannung der Gebärenden wirkt sich direkt auf das Geburtserlebnis aus. Man sieht also warum bewusste Entspannung und die emotionale Vorbereitung auf eine Geburt so wichtig sind um Ängsten und Bedenken sowenig Raum wie möglich zu geben.

 

 

Aus diesem Grund sollte man viel Kuscheln und liebevoll miteinander agieren um Oxytocin zu fördern. 

In der Vorbereitung auf die Geburt bedeutet das, dass man sich mit den möglichen Ängsten und Bedenken bzgl. einer Geburt auseinandersetzen sollte. 

Welche Bedeutung nehmen Emotionen bei der Geburt ein?

In unserer Gesellschaft kursieren viele negative Glaubensmuster rund um das Thema Geburt. Die Verbreitung dieser beängstigenden Ansichten vermehrt die Erlebnisse von negativen Geburtsereignissen nur noch mehr. 

 

Meiner Meinung nach gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Glauben der Frauen dass Geburten schmerzhaft sind und dem darauffolgenden schmerzhaftem Geburtserlebnis.

Damit möchte ich keineswegs sagen oder auch nur andeuten, dass Frauen selbst Schuld daran sind, wenn sie schmerzhafte Geburten erleben, ich glaube lediglich, dass es vielen Frauen an dem Wissen fehlt wie sie es anders machen könnten. 


Es gibt den Ausdruck der „selbsterfüllenden Prophezeihung“, die besagt, dass das woran man glaub durch den Glauben daran in die Realität gebracht wird.

 

…eine Vorhersage, die über direkte oder indirekte Mechanismen ihre Erfüllung selbst bewirkt. - Wikipedia

 

Dieser Mechanismus läuft wie folgt ab: 

  1. Man fasst einen Gedanken oder übernimmt ihn. Bsp.: Geburten sind schmerzhaft.
  2. Man sammelt Bestätigungen dafür. Bsp.: Meine Mutter/Oma/Schwester/Nachbarin/Kindergartenfreundin hat gesagt, dass ihre Geburt schmerzhaft war. Umso größer das Vertrauen in diese Menschen ist umso effektiver ist die Bestätigung. Jede Bestätigung die man sammelt postuliert die neue Wahrheit umso mehr.
  3. Man beginnt unbewusst so zu handeln als ob der Gedanke wahr wäre. Bsp.: Ich bin jetzt schwanger und muss mich auf eine schmerzhafte Geburt einstellen. Ich lege mir Ausweichstrategien (Kreuzstich, Kaiserschnitt, …) zurecht für den Fall, dass ich die Schmerzen bei der Geburt nicht aushalte. Umso stärker ein Glaube im Unterbewusstsein verankert ist umso verstärkt arbeitet man in diese Richtung. In unserem Beispiel könnte der Glaube an Geburtsschmerzen und die Angst davor soweit gehen, dass man eine natürliche Geburt gar nicht mehr in Betracht zieht und einen geplanten Kaiserschnitt vorzieht.
  4. Man reagiert auf den als Wahrheit bestätigten Glauben bzw. Gedanken. Bsp.: Die ersten Geburtswehen setzen ein und vor lauter Angst vor den bevorstehenden Schmerzen verkrampft man sich und wartet auf die „nicht auszuhaltenden Qualen“ die vor einem liegen. Erst durch die Verkrampfung verstärken sich die Schmerzen und der einstige Gedanke „Geburten sind schmerzhaft.“ bewahrheiten sich. 

Diesen Ablauf nennt man dann eine selbsterfüllende Prophezeihung, aber nicht immer wird sie auch als solche wahrgenommen, weil viel davon im Unterbewusstsein abläuft. 

 

Theoretisch kann man jeden Gedanken den man für sich realisiert haben will mit Hilfe von diesem Mechanismus für sich arbeiten lassen. „Geburten sind ekstatisch.“ „Ich bin die perfekte Mutter für mein Kind.“ „Mein Körper ist stark und arbeitet perfekt.“ usw. 

 

 

Um diesen Mechanismus positiv anzuwenden muss man nur die oben beschriebenen Punkte nach der Reihe durcharbeiten. Natürlich ist es leichter wenn man dabei von Menschen umgeben ist die dieselbe Meinung teilen, als wenn die Umgebung einen für verrückt hält, weil man eine andere Wahrheit für sich wählt. 

 

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In der Schwangerschaft kann es helfen wenn man sich jeden Tag am besten mehrmals geistig in ein schönes Geburtserlebnis eintauchen lässt und es wie in einem Tagtraum erlebt um es im Unterbewusstsein zu festigen. 

Sobald dann die ersten Wehen einsetzen wird man sich anstatt sich zu verkrampfen, eher voller Vorfreude und Ekstase sein und sich mit gedämpftem Licht, Musik und schaukelnden Bewegungen auf die Geburt seines Kindes vorbereiten. 

 

Diese Methodik lässt sich auf alle Bedenken und Ängste anwenden. Dabei geht es nicht darum Ängste zu ignorieren oder zu eliminieren. Vielmehr geht es darum einen neuen positiven, aktiv gewählten Weg zu beschreiten und diesen zu bestärken um dadurch die Erfahrung zu ermöglichen die man selbst für sich wählt. 

Eine kinesiologische Beratung ersetzt keinen Psychotherapeuten- oder Arztbesuch und keine Beratung durch eine Hebamme und ist nicht als solcher zu verstehen.  

Eine Doula ersetzt keine Hebamme oder sonstiges medizinisches Personal.

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